Dr. Franz Ahamer, Psychotherapeut

in Ausbildung unter Supervision

Angst Fortsetzung

Hier beschreibe ich einige typische Symptome von Angstproblematiken. (Dabei halte ich mich an die Definition aus dem DSM-IV, in Kombination mit ICD-10.)

  1. generalisierte Angststörung Angst flottiert frei, zeichnet sich durch Angst, Sorge / furchtsame Erwartung aus. Diese Sorgen können nicht kontrolliert werden. Die Sorgen beziehen sich auf "alltägliche" Ereignisse und Tätigkeiten, nicht auf solche, die in Panikattacken, Phobien oder Zwangsstörungen auftreten.
    Symptome sind u.a. Ruhelosigkeit, Ermüdbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Reizbarkeit, Muskelspannung und Schlafstörungen
    Angst-Stress-Modell Menschen, die einen hohen Hintergrundstress haben, entwickeln Angst. Steigt der Stress weiter an, dann kann eine Panikattacke beginnen. Ein Vermeiden - bei bereits erfolgten Attacken - hilft nichts, nur das Ändern des Verhaltens kann diese Entwicklung durchbrechen. Der Hintergrundstress entsteht durch psychosoziale Faktoren. Auch hier kann angesetzt werden um den Hintergrundstress zu vermindern.
  2. Panikstörung besteht aus schweren Angstattacken mit kardiovaskulären Symptomen, Depersonalisation und Derealisation.
    Die Panik-Attacke beginnt abrupt, erreicht in wenigen Minuten den Höhepunkt.
    Die Person erlebt mindestens 4 der Symptome aus der Liste:
    1. Herzklopfen, Herzrasen
    2. Schweissausbrüche
    3. Tremor
    4. Mundtrockenheit
    5. Atembeschwerden
    6. Beklemmungsgefühl
    7. Angst vor Kontrollverlust
    8. Angst verrückt zu werden
    9. Hitzewallungen
    10. Kälteschauer
    11. Globusgefühl
    Wichtig ist aber:
    Eine Panikattacke, wenn einmal Panik auftritt, dann ist das noch keine Panikstörung. Denn Panik ist eine Reaktion auf eine bedrohliche, aktuelle Situation!

      Teufelskreis der Panikattacke
    1. Körperliche Symptome
    2. Wahrnehmung: Verschwommen sehen, Tunnelblick
    3. Kognitive Reaktion: Denken an diese Symptome erzeugt mehr Angst >
    4. Symptome verstärken sich ...
    5. Vermeidungsverhalten

  3. Phobie ist eine Angst, die sich zumeist auf bestimmte Situationen, Dinge, Tiere oder Phänomene bezieht. Die vielleicht bekannteste ist die Agoraphobie, bei der eine Person sich davor fürchtet aus dem Haus zu gehen.
    Eine andere sehr bekannte Phobie ist die vor prüfender Betrachtung durch andere Menschen (SozialPhobie). Sie zeigt typische Symptome: Erröten, Händezittern, Übelkeit und Miktionsdrang (Drang zum Wasserlassen. Die Person vermeint dabei, dass das ihr Problem sei.)
    Alkohol ist keine Lösung, denn obwohl soziale Hemmungen unter Alkohol fallen, bleibt die Phobie bestehen!
    Ganz bekannt sind spezifische Phobien, die sich von ganz bestimmten Phänomenen ausgelöst erden. Dazu gehören
    1. Tiere-Phobien
    2. Höhenangst
    3. Angst vor Spritzen